Ein Weltcup der „besonderen Art“

Ein Weltcup der „besonderen Art“

Thomas Höfs August 1, 2022 @ 8:27AM

München, GEREin Weltcup in München und ich war dabei. Fast unbemerkt von der Öffentlichkeit fand vom 12.07. – 20.07.2022 der erste Weltcup in den paralympischen Schießsportdiziplinen in München statt. Ausgetragen wurden die Wettkämpfe auf der Olympia Schießanlage in München-Hochbrück.

Neben Gewehr und Pistole wurden ebenfalls Para-Trap Wettbewerbe ausgetragen. Bei den Para-Trap Wettkämpfen starteten insgesamt 43 Sportler aus 16 Nationen. Aufgeteilt in drei Klassen war mit 17 Startern die Gruppe der Rollstuhlfahrer die am stärksten vertretene. In der Klasse der Sportler mit Beeinträchtigungen des oberen Bewegungsapparates starteten 11 Schützen und des unteren
Bewegungsapparates 15 Schützen.

Bei hochsommerlichen Temperaturen wurden die Wettbewerbe ausgetragen, was an der besonders kräftigen Gesichtsfärbung der Schützen zu erkennen war. Somit waren die Trap-Schützen auf dem Gelände immer leicht auszumachen, gegenüber den „Bleichgesichtern“ aus den Luftgewehrhallen.

Also kurz gesagt optimale Bedingungen in München, wo es sich meiner Meinung nach immer wieder sehr gut schiessen lässt auf den Trap-Ständen. Die Wettkämpfe fanden auf den Ständen A und B statt und das Finale wurde auf Stand C geschossen. Schon beim Pre-Eventtraining war zu erkennen, wie stark das Starterfeld war. Spätestens am ersten Wettkampftag musste ich feststellen, dass eine 20 nicht wirklich ein gutes Ergebnis ist. Die an sich starken Nationen (Italien, Finnland und Spanien) zeigten schnell, was wirklich geht. Mein Ziel hatte ich mir mit dem Erreichen des Finales gesteckt, was in Anbetracht der Leistungen der anderen Schützen in meiner Klasse eine echte Herausforderung wurde. Mit 109 Treffern belegte der Starter aus Finnland in meiner Klasse den ersten Platz in der Qualifizierung. Eine echte Hausnummer für uns Rolli-Fahrer, da bin ich mit meinen 106 Treffern noch gerade so als Fünfter ins Finale gekommen.

Finale….oho, genauer gesagt hier werden die Karten neu gemischt. Es ist schon etwas Einmaliges bei einem Weltcup im Finale in Deutschland zu stehen. Das jedoch war mir zu diesem Zeitpunkt noch gar
nicht so bewußt, wie später im Hotel. Das war auch gut so, denn ich war wirklich in diesem so oft beschriebenen Tunnel. Um mich herum hätte die Welt untergehen können, das wäre an mir vorbei
gegangen. Bis zum Schluß war mir nicht bewußt an welcher Position ich im Finale aktuell bin. Nur durch die Handzeichen meines Trainers merkte ich, es geht weiter und weiter und weiter… Es endete dann bei Platz zwei und damit auf dem Treppchen!
Es sind diese Augenblicke, diese Konzentration und dieser Spaß, die einem in Erinnerung bleiben. Dafür mache ich/wir das ganze hier doch nur. In diesem Moment vergisst man all die Hürden, Steine im Weg und Nicklichkeiten, mit denen ich als Para-Sportler in Deutschland zu kämpfen habe.
Umso süßer schmeckt der Erfolg und die Freude über all die Glückwünsche, die man erhalten hat und noch immer erhält.

SILBER: Thomas Höfs, GER – GOLD: Pedro Gomez Albendea, ESP – BRONZE: Juha Myllymaki, FIN

Tja, so war es in München, was gibt es sonst noch zu sagen?

Machen wir es doch wie in Hollywood bei der Oskar-Verleihung. Mein ganz besonderer Dank gilt meinem Trainer und Freund Marc Unbescheiden. Er hat sich wirklich in jeglicher Hinsicht um mich gekümmert! Angefangen von der Ernährungsberatung über eine „Vorfeldmassage“ bis hin zum technischen Background. Es hat mir an Nichts gefehlt und ich bin mir sicher, wir haben den Erfolg als Team geholt!
Auch der Niedersächsische Sportschützen Verband und der Sportbund Niedersachsen waren und sind an meiner Seite. In guten wie an schlechten Tagen. Denn eines darf man nicht vergessen, erst durch ihre finanzielle Unterstützung ist es mir möglich, an so vielen internationalen Wettkämpfen teilnehmen zu können.

So, was steht als nächstes an?

Europameisterschaft in Lonato im September und Weltmeisterschaft im November in Al Ain. Die Ziele sind klar gesteckt, in beiden Wettkämpfen möchte ich einen Finalplatz erkämpfen.

Euer Thomas Höfs

Eine italienische Jugendverbandsrunde an der Adria

Eine italienische Jugendverbandsrunde an der Adria

Isabel Wassing & Emilie Bundan August 1, 2022 @ 7:46AM

Porpetto, ITANach einer anstrengenden Anreise, welche durch eine Zwischenübernachtung in München etwas entspannt wurde, sind wir sicher hier in Porpetto angekommen. Porpetto – ca. 90 Km von Venedig entfernt – ist das Nachwuchsleistungszentrum der italienischen Flintenschützen. Der Schießstand liegt in Mitten von Feldern und Weinreben, wir sind hier eins mit der Natur. Dieser 18. Internationale Juniorenwettkampf war für uns eine tolle Vorbereitung auf die kommenden Europameisterschaften In Larnaca auf Zypern. Neben den Temperaturen von 36 Grad plus, den vielen Mücken waren auch unsere internationalen Gegner am Start. Neben den Slowaken und Tschechen, den Kroaten und Schweizern vielen vor allem die 100 jungen Italiener aus allen Regionen des Landes auf!

Mit unseren Leistungen (Team Gold und Silber, 4 Finalteilnahmen und letztendlich 2 vierten Plätzen) konnten wir nachweisen, dass wir in Richtung der EM und WM „in der Spur“ sind.

Zwei Runden im inoffiziellen Training und auch nur zwei Runden im PET mussten reichen, um uns mit dem Hintergrund und den Haltepunkten vertraut zu machen. Natürlich nahmen wir an der grandiosen Eröffnungsfeier teil und vertraten GER würdig!
Mit guter Laune und strahlendem Sonnenschein ging es dann in den Wettkampf! Die anstrengenden Wettkampftage wurden – natürlich – mit ordentlichem Italienischen Abendessen belohnt. In den Gesprächen mit den Trainern wurden wir immer wieder für den kommenden Tag motiviert!
Alle drei Juniorinnen (Isabel, Emilie und auch Annabella) schafften den Einzug in das Finale der besten acht Schützen*innen! Und auch John schaffte diesen Sprung! Dann zeigten sich allerdings unsere Schwächen in den Finaldurchgängen, die es gilt bis zur EM abzubauen!

Bei den Italienern, den Slowaken und Tschechen zeigten sich die höheren Schusszahlen bei den Finaldoubletten, trotzdem können wir mit den zwei 4. Plätzen von John und Emilie sehr zufrieden sein!
Die Juniorinnen wurden für ihre tolle Leistung mit der Goldmedaille in der Teamwertung belohnt und auch wenn es bei Tim und Luis noch nicht so richtig klappen wollte – auch hier der 2. Platz in der Teamwertung!

Ein tolles Team mit tollen Leistungen geht nun in Richtung Europameisterschaft, davor jedoch steht die 12stündige Heimfahrt auf dem Plan! Annabella wird noch eine Woche in Italien bleiben (Familienurlaub) und er Rest der Truppe trifft sich am kommenden Freitag bereits zur 3. RWS JVR in Berlin!

Anreisechaos, viel Regen und starke Leistungen…

Anreisechaos, viel Regen und starke Leistungen…

Axel Krämer Juli 20, 2022 @ 11:59AM

Changwon, KOREin interessanter Weltcup ist zu Ende gegangen, leider konnten wir in die letzte Entscheidung – dem Mixed Team – nicht eingreifen. Auch wenn dieser Weltcup personell schwach besetzt war, so wurden schon sportliche Leistungen verlangt.

Im Mixed Team zeigten England und Italien mit jeweils 146 Treffern, wie hoch die Trauben in Europa hängen und auch Frankreich mit 142 Treffern gelang der Schritt in die Finals. China und Korea vervollständigten das Teilnehmerfeld im Finale. Wir kamen mit unseren Teams nur auf Platz 11 & 12 ein. Sven Korte zeigte mit 73 Treffern seine zurück gewonnene Sicherheit. – Aber beginnen wir von vorn!

Unsere Anreise gestaltete sich schwierig – die Thüringer Fraktion mit Haaga – Messerschmidt und den zwei Trainern flog von Frankfurt nach München – hier wollten wir in die Maschine zum Rest unseres Teams hinzu stoßen. Leider hob diese Maschine ohne uns ab. Wir wollten schnellstens folgen, gingen also zum Lufthansa Service Schalter. Aber diese Idee hatten auch die 200 anderen Personen, welche in einer Schlange vor uns standen – nach 3 Stunden waren wir bereits am Schalter – wir bekamen die Info, dass in den nächsten 3-4 Tagen alle Maschinen nach Korea bereits überbucht sind. Er empfiehlt uns den Rückflug nach Frankfurt!

Also zurück, mit der Angst dass unser Gepäck bestimmt nicht mitkommt. Erstaunlicher Weise waren neben den Waffen auch unsere Koffer in Frankfurt. Übrigens war die Warteschlange in Frankfurt am Service Schalter noch länger als die in München – Der blanke Wahnsinn!!!
Ab ins Auto und zurück nach Hause – wir starteten am Morgen um 6 Uhr und waren um Mitternacht wieder zu Hause.

Dann die Entscheidung, die Sportler bleiben zu Hause und die Trainer fliegen nach Korea um das Team vor Ort zu betreuen!!! …eine heftige Entscheidung und die Enttäuschung bei Vincent und Nadine groß – waren sie doch gut vorbereitet.

Zwei Tage später bekamen dann die Trainer einen bestätigten Flug nach Korea und dieses Mal klappte es fast reibungslos, es fehlte lediglich mein Koffer. Dieser wurde aus Versehen in Frankfurt stehen gelassen – die Lufthansa bat um Verständnis. Aber nach zwei Tagen wurde der Koffer direkt in das Hotel geliefert – in Korea funktioniert es irgendwie besser als in Deutschland.

Die Trainer haben durch die verspätete Anreise das Training verpasst, aber Christine übernahm die Rolle des Team Captains und organisierte das Umfeld. Auch mein Kollege „Trap“ half bei der finanziellen Abwicklung.

Danke an ALLE, dass es so funktionierte – ein tolles Team!

Dann die Qualifikationswettkämpfe mit Superleistungen von Sven und Nele! Mit 121 bzw. 116 Scheiben qualifizierten sich beide für die Ranking Matches, schossen sehr stark und kamen jeweils auf dem 4. Platz ein!

Sven bemerkte: „Ich habe hier in Korea keine Serie unter 24 geschossen – das Mixed Team mit eingeschlossen!“ – Eine bärenstarke Leistung von unserem jungen Vater!

Leider konnten wir durch den Ausfall von Nadine und Vincent an den Team Wettkämpfen nicht teilnehmen. Auch wenn wir unsere Leistung im Mixed Team Wettkampf nicht abrufen konnten, so war es ein sehr wichtiger Weltcup auf dem Weg zu den Europa- und Weltmeisterschaften in diesem Jahr. Mit zwei vierten Plätzen in der Einzelwertung zeigten wir bei den Frauen als auch bei den Männern – dass wir dazu gehören!

Niemals aufgeben, immer kämpfen…

Niemals aufgeben, immer kämpfen…

wl-förderkreis Juli 18, 2022 @ 7:03AM

Changwon, KOR – Das aufgrund dessen, dass nach Olympia immer die Finals geändert werden müssen und unser Sport generell gefühlt neu erfunden werden muss, Fehler passieren können ist uns allen bewusst, aber was wir hier in Changwon (Korea) erlebt haben übersteigt das Maß unseres Verständnisses.

Unsere Anreise verlief absolut problemlos. Alles geschah pünktlich und unsere Gepäckstücke waren auch vollzählig. Eigentlich hätten wir uns da schon denken können, dass etwas Schlimmeres passieren wird, denn eigentlich haben wir bei der Anreise in diesem Jahr bis jetzt immer Probleme gehabt und irgendwas ist ja immer.
Nach unserem 10stündigen Flug von Frankfurt nach Seoul und einer darauffolgenden 5stündigen Busfahrt zum Hotel in Changwon City, fielen wir am ersten Tag nur noch erschöpft ins Bett und waren damit relativ schnell in der Zeitverschiebung von sieben Stunden drin.

Am nächsten Morgen ging es für uns auf den Schießstand, 2 Runden inoffizielles Training standen auf dem Programm. Aufgrund dessen, dass alle von uns den Schießstand kennen liefen diese trotz der insgesamt 30 Stunden Anreise recht gut. Wir konnten also entspannt in das PET (Pre Event Training) am nächsten Tag starten. Es galt nur noch einmal Haltepunkte fixieren und sich auf die Besonderheiten des Schießstandes einstellen.

Mit guten Trainingsergebnissen und guter Laune starteten wir also in den ersten Wettkampftag.
Ja… was soll ich sagen…? Ihr habt sicherlich gesehen wie der erste Wettkampftag ablief… Paul (Pigorsch) zwei 23er, Andy (Andreas Löw) eine 20, Steve (Eidekorn) mit 22, 21, Bettina (Valdorf) direkt in der ersten Runde 18 und auch ich startete mit einer 21… Da brauche ich auch nichts schön reden oder irgendwelche Ausreden suchen, wir haben uns, vor allem am ersten Wettkampftag, absolut unter Wert verkauft. Wir schaffen es am Ende einfach nicht, dass gute Gefühl aus dem Training in den Wettkampf zu übertragen. Daran müssen wir arbeiten und das wissen wir!

Paul allerdings hat am zweiten Wettkampftag gezeigt, dass er zu den Besten gehört. Er hat gekämpft wie ein Löwe und hat es mit 50 Voll!!! (50 von 50 möglichen Treffern) und einem Gesamtergebnis von 120 Treffern ins Shoot off für das Finale der besten 8 geschafft, welches er dann auch souverän gewann. Unsere Freude war riesig!
Und das muss ich euch unbedingt sagen, ist das was ich an unserem Team am meisten liebe – dieser unglaubliche Zusammenhalt! Das gesamte Trap Team hier in Changwon bestand ja aus Sportlern von der Schützengilde Frankfurt (Oder) und es war für mich einfach ein schönes Gefühl, dass trotz der Tatsache, dass der Rest von uns den Einzelwettkampf eher bescheiden abschloss, wir uns alle extrem für Paul freuten und die Stimmung nicht kippte. Niemals aufgeben, immer kämpfen, das ist unsere Devise.

Zurück zu Paul – Er kämpfte sich durch dieses Finale und war am Ende mit 21 von 25 Treffern gleich auf mit dem Chinesen. Unsere Freude war riesig, denn Paul erkämpfte sich vorher im Shoot off eine bessere BIB Nummer als der Chinese und hätte dadurch weiter im Finale der besten 4 stehen müssen. Aber dann passierte etwas, was nicht hätte passieren dürfen!
Der Wettkampfleiter Willi Grill wollte nur kurz aufstehen und die neuen Startzettel für das nächste Finale holen, da entschieden sich die Kampfrichter und Jury Member dazu Paul und den Chinesen ein Shoot off schießen zu lassen, das ist irregulär. Das Problem ist, dass am Anfang des Jahres ein Regelwerk auf der ISSF Seite erschienen ist in welchem geschrieben steht, dass in so einem Fall Shoot off geschossen werden soll, dieses ist jedoch nicht mehr aktuell und man kann das überarbeitete aufgrund dessen, dass bei jedem Wettkampf etwas geändert wird, nirgendwo nachlesen.
Zum kleinen Verständnis nebenbei warum diese Regeln überhaupt ständig geändert werden. Nach Olympia möchte die ISSF Sachen verändern um unseren Sport interessanter zu machen und dennoch die Sendezeiten einzuhalten. Dabei entstehen viele theoretische Ideen, die praktisch nicht so umsetzbar sind. Das Problem ist nur, dass durch diese ständigen Änderungen die Jury selber nicht mehr ganz weiß, wie es aktuell zu handhaben ist und dies fiel diesmal schwer auf uns ab.
Die Jury und der Wettkampfleiter entschuldigten sich am nächsten Tag dafür aufrichtig bei Paul, nur diese Entscheidung konnte nicht mehr revidiert werden und die Entschuldigung brachte ihm auch nicht die Chance auf eine Medaille zurück.
Das Alles ist einfach schade und ärgerlich, deshalb haben wir uns im Team fest vorgenommen in Zukunft bei sämtlichen Zweifeln alles zu hinterfragen.

Am Mittwoch folgte dann das Team Event. Da Katrin (Quooß) diesen Wettkampf leider absagen musste, konnten Bettina und Ich nicht an diesem Event teilnehmen. Dennoch waren wir auf dem Schießstand und unterstützten unsere Jungs, mit Erfolg! Denn Andy, Steve und Paul schafften es ins Bronze Medal Match. Die Jungs verloren dieses jedoch knapp. Auch in diesem Finale sind Dinge passiert, die meinen Vorstellungsrahmen absolut sprengten. Ich will darauf garnicht weiter eingehen, aber wenn man im Livestream sieht wie der Jury Member sich während eines Videobeweises nicht die Scheibe sondern sich selbst anschaut und dennoch Fehler gibt, dann fällt mir dazu einfach nichts mehr ein.

Mehr oder weniger euphorisch ging es am nächsten Tag in das Mixed Team Event.
Aber wie war das? Niemals aufgeben, immer kämpfen! Und ich sage euch, wir haben gekämpft, mit Erfolg. Beide Teams (Paul mit Bettina, Andy mit mir) schafften es in die Bronze Medal Matches. Zum Verständnis beim Mixed Team Event gibt es zwei Bronze Medal Matches und es werden zwei Bronze Medaillen vergeben. Nachdem wir aufgrund von Scheibengleichheit gegeneinander Shoot off um die BIB Nummer schießen mussten, welches Andy und Ich für uns entschieden, fingen wir beide mit dem Bronze Medal Match 1 an. Auch wenn wir es zwischendurch noch einmal spannend machten setzten wir uns gegen die Koreaner durch und gewannen die Bronze Medaille. Wir waren überglücklich und haben über beide Ohren gestrahlt. Andy hatte es ja oft mit mir als Mixed Team Partner nicht leicht, aber dafür wurden wir nun endlich belohnt. Man gewinnt zusammen, man verliert zusammen.
Danach waren Paul und Bettina im Bronze Medal Match 2 an der Reihe. Natürlich hätten wir uns gewünscht, dass das Podium mit 4 Deutschen gefüllt wird. Paul und Bettina mussten sich aber gegenüber den Chinesen geschlagen geben. Trotzdem natürlich herzlichen Glückwunsch noch einmal!


Zusammenfassend geht es für uns nun mit gemischten Gefühlen nach Hause. Wir sind enttäuscht über die Situationen mit denen wir bei diesem Weltcup Erfahrung machen mussten. Aber das ändert nichts daran, dass wir mit 4 Finalteilnahmen und einer Medaille nach Hause kommen! Darüber freuen wir uns natürlich riesig. Der Weltcup hat seine Lehren mit sich gezogen und das ist am Ende ja gut! Lehren die Erfahrung bringen und wann kann man diese besser sammeln als zu einem Weltcup bei dem keine Quotenplätze vergeben werden?
Wir wollen nach Paris und wir kämpfen weiter dafür!!! Und ich denke dieser Weltcup hat uns am Ende doch Lichtblicke dafür gegeben, dass wir das schaffen!!!

Trainer-A-Ausbildung,  Teil 1

Trainer-A-Ausbildung, Teil 1

Axel Krämer Juli 6, 2022 @ 2:38AM

Wiesbaden, GERDirekt nach der 2. EM/WM-Qualifikation vom letzten Wochenende in Frankfurt/Oder ging es für Sven Korte und Jay Hakkinen auf direktem Wege weiter nach Wiesbaden, in die Zentrale des Deutschen Schützenbundes.

Hier findet – ganz aktuell – der erste Teil der Trainer-A-Ausbildung für unsere zukünftigen Trainer im Flintenschießen statt. Nur mit dieser angestrebten und sicherlich anspruchsvollen Qualifikation kann man im Hochleistungsbereich arbeiten. Während Jay Hakkinen bereits in Thüringen als Landestrainer Flinte arbeitet versucht unser aktiver Sportler der Disziplin Skeet – Sven Korte – für eine Zukunft nach der sportlichen Laufbahn den Grundstein zu legen.
Sein Hauptaugenmerk liegt aber eindeutig in seiner sportlichen Karriere, dem Erringen eines Quotenplatzes für Paris 2024 und einer angestrebten Teilnahme.

Beide Sportfreunde mussten feststellen, wie breit gefächert das Anspruchsniveau an die Trainer A ist. Alle Tage sind voll „gespickt“ mit interessanten Themen aus Wissenschaft und Forschung, aus Psychologie und Trainingsmethodik.

Wiesbaden wird seinem Ruf als international anerkannte Sport- und Ausbildungsstätte gerecht, ein tolles Hotel und Seminarräume mit modernster Technik.

Am Samstag schließt der erste Teil mit einer schriftlichen Prüfung in den Bereichen Technik-Methodik / Leistungsdiagnostik / Trainingslehre / Leistungssteuerung / Sportgerät und Ausrüstung ab.

Na dann viel Glück – unseren „Jungtrainern“!

Baku ist immer eine Reise wert…

Baku ist immer eine Reise wert…

Axel Krämer Juni 7, 2022 @ 1:53PM

Baku, AZEDie Hauptstadt Aserbaidschan ist eine Metropole mit 2,3 Millionen Einwohnern und das Interessante daran ist, dass Baku 28 Meter unter dem Meeresspiegel liegt. Die Stadt liegt direkt am Kaspischen Meer, dem größten Binnensee der Erde. Wissenschaftler rechnen damit, dass bis zur Jahrhundertwende der Wasserspiegel um mehr als 18 Meter sinkt. Hier treffen Geschichte und Moderne direkt aufeinander, die Altstadt von Baku gehört zum Weltkulturerbe.

Und direkt hindurch führt die Formel 1 Rennstrecke. Mit einem unwahrscheinlichen Aufwand wird die Strecke gesichert, welche wir uns natürlich betrachtet haben – wenn man einmal hier ist. Hier wird viel für den Sport getan und auch wir fanden ideale Bedingungen vor. Unser Skeet Team folgte den Trapern, wir konnten am ersten Tag nur 25 Scheiben trainieren und zum offiziellen Training dann noch einmal 75 Scheiben. Das musste reichen um die Haltepunkte und die richtige Brillenfarbe zu finden.

Baku – heißt übrigens „Stadt der Winde“.

Das kannten wir ja bereits von den letzten Wettkämpfen hier vor Ort, diesmal kam noch die Temperaturen von 32 Grad plus hinzu. Aber mein Team besteht aus „gestandenen“ Sportlern, die wissen wie man sich bei diesen Bedingungen verhält. Unser Physio „Lewi“ sorgte dafür, dass immer die richtige Wassermenge zugeführt wurde und er löste so manche Verspannung. Es zeigte sich wieder einmal, wie wichtig diese Person im Team ist.

Unsere erste Bewährungsprobe, die Qualifikation über 125 Scheiben – mit Tilo Schreier und seinen tollen 121 Treffern wieder um eine Scheibe am Finale vorbei – toller Kampf!
Nele schoss den Vogel ab – mit 119 Scheiben hatte sie sich sicher für das Finale qualifiziert, sie musste lediglich um die BIB Nummer stechen. Mit 13 Treffern im Ranking Match hat sie ihre Leistungsfähigkeit bestätigt!

Am Folgetag dann der Teamwettkampf über 75 Scheiben – und wir wurden immer besser!
Leider erreichten unsere Männer nur den 7. Platz, aber unsere Frauen zeigten absolute Klasse! Mit 211 Treffern musste unser Team in ein Shoot off um das Gold Medal Match. Amerika war mit 216 Treffern sicher für das GMM qualifiziert.
Die ISSF zeigte wieder einmal, wie man bei dieser Hochspannung noch das Chaos praktizieren kann! Das Shoot off wurde mehrfach unterbrochen, weil die Durchführung nicht dem Regelwerk entsprach! Unsere Damen behielten die Ruhe, setzten sich durch und wir waren im GMM. Und das war dann Spannung pur – gegen die im Vorkampf deutlich überlegenen Amerikaner zeigte wir „BISS“ und nach den Positionen 3-4-5 / 3-4 musste ein Shoot off her. Hier erledigte Nadine Messerschmidt – eiskalt – die Aufgabe und wir hatte eine Medaille und dieses Mal war es sogar eine goldene!

Und dann der letzte Tag mit dem Mixed Team über 75 Scheiben! Team 1 Haaga / Wißmer und Team 2 Schreier / Wenzel. Gleich zu Beginn zeigte sich, dass wieder sehr hoch geschossen wird – also Fehler sind zu vermeiden. Das Team 1 lag bis zum letzten Durchgang im Final Shoot off Bereich mit 140 Treffern zeigten sie eine solide Leistung! Das Team 2 mit Tilo und Christine steigerten sich von Runde zu Runde, ihre Leistung von 146 Treffern, eine super Leistung.
Die Tschechen hatten den Team Wettkampf ausgelassen, um Kräfte für das Mixed Team zu sparen! Wir schossen alles mit. Und nun hieß es wieder Stechen um das Gold Medal Match und wieder waren die USA sicher drin und ein Platz frei. Als erstes Team verabschiedeten sich die USA und dann konnten wir uns auch gegen die Tschechen durchsetzen und waren wieder im GMM – Der Hammer! Bei dem GMM konnten sich die Amerikaner die Gold Medaille sichern und wir hatten Silber!

Fazit – unser erfolgreichster Weltcup seit Jahren und ein super starkes Team!