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Katrin Wieslhuber „schon unglaublich abgezockt“ | Förderkreis Wurfscheibe

Bundestrainer Uwe Möller (Trap) und Bundestrainer Axel Krämer (Skeet) loben die Sportschützin aus Hebertsfelden für ihre tollen Leistungen.

Eggenfelden, GER Die vielfache Deutsche Meisterin und  Europameisterin, WM-Silber- und Bronzemedaillen-Gewinnerin Susanne Kiermayer, die bei den Olympischen Spielen 1996 von Atlanta mit Rang zwei im Doppeltrap ihren größten Erfolg gefeiert und schließlich 2010 ihre Karriere beendete, hatte die richtige Intuition. Wenn nicht die Ausnahme-Sportschützin aus Kirchberg im Wald, wer dann?
Die lizenzierte A-Trainerin des Deutschen Sportschützen-Bundes (DSB)  beobachtete bei der „Niederbayerischen“ 2011  die junge Katrin Wieslhuber aus Hebertsfelden. Und ihr geschultes Auge erkannte das  Talent der Rottalerin, ein „Rohdiamant“, der zugeschliffen werden muss, um ihm Glanz und den wahren Wert zu geben. „Sie hat mich     angesprochen, ob ich nicht ans Sportgymnasium in Oberhof wechseln möchte, um mein Potenzial besser auszuschöpfen“, erzählt Katrin Wieslhuber.

20150102 01 Katrin wm20142014 hat sich die Juniorin nunmehr den Deutschen Skeet-Titel bei den Damen gesichert und schmückte sich bei der Weltmeisterschaft in Spanien in der Junioren-Wertung mit Silber….
Eine atemberaubende Entwicklung, doch der Anfang ist schwierig gewesen, denn das Mädchen war in der Heimat „vernetzt“. „Mit 16 Jahren 400 Kilometer weg  zu gehen und Bindungen zu lösen, das hat mich Überwindung gekostet“, erinnert sich Katrin Wieslhuber. „Ja, ich mache es“, „Nein, ich bleibe“ – das Mädchen war  unschlüssig. Wie würde es sein, das Elternhaus  sowie den Freundes- und Bekanntenkreis hinter sich zu lassen? Doch am Ende fasste sie den Entschluss, die Chance auf eine internationale Karriere zu nutzen. „Ich bin froh, dass ich dieses Opfer gebracht  habe. Ich fühle mich hier längst daheim, habe neue Freunde gefunden, komme aber sehr gerne nach Hebertsfelden. Der Kontakt ist nicht mehr so eng, aber nie abgerissen“, so Katrin Wieslhuber.

Skeet-Bundestrainer Axel Krämer bewertet ihre Entscheidung, aus dem Rottal nach Thüringen überzusiedeln, als auslösenden Faktor für die ausgezeichnete sportliche Entwicklung, „denn  es ist hier alles auf engem Raum zusammen gefasst – die Schule, die Coaches, der Schießstand. Du kannst zielgerichtet trainieren und deine Fähigkeiten verfeinern. Anders geht es aber auch nicht, um Spitzen-Ergebnisse zu erzielen.“

2014 wird die 20-Jährige sicher in bester Erinnerung behalten. Katrin Wieslhuber machte ihr Abitur, schaffte mit einer 1,6 eine hervorragende Note und ist nach der Grundausbildung in Hannover seit dem Herbst  bei der Sportfördergruppe der Bundeswehr Oberhof  angestellt. „Mein Dienst ist gleichzeitig mein Training“, schildert  die Rottalerin, „mit einer normalen Ausbildung oder einem Studium Hochleistungssport zu betreiben,  das wäre unmöglich.“ Und von den Eltern – Papa Hermann und Mama Helga leisten Unterstützung, wo es nur geht – schlichtweg nicht finanzierbar gewesen.

Natürlich kam die Zusage für den „Arbeitsplatz“ nicht von ungefähr, sie hat mit dem Können und den ausgezeichneten sportlichen Resultaten zu tun. Bei der Deutschen Skeet-Meisterschaft musste die Juniorinnen-Schützin bei den Damen antreten. Sie erreichte nach drei Runden 66 von möglichen 75 Scheiben und das von ihr angestrebte Halbfinale der besten Sechs. „Mit 14 von 16 Scheiben war ich dann die Beste und  somit für das Gold-Medal-Match qualifiziert“, sagt die Rottalerin.
Und sie behielt gegen Vanessa Hauff mit einem 13:12 die Nerven und sorgte für eine große Sensation. Rang drei belegte die vierfache Weltmeisterin und Bronzemedaillen-Gewinnerin der Olympischen Spiele von Peking, Christine Wenzel, mit einem 11:9 gegen Nadine Messerschmidt. „Dass ich vor meinem Vorbild lag und auch noch den Deutschen Titel bei den Damen geholt habe, das konnte ich zunächst überhaupt nicht glauben“,  so die 20-Jährige.

20150102 02 Katrin dm2014Sie blieb im Erfolgsmodus, verpasste bei den Weltmeisterschaften in Granada (Spanien) im Skeet der Juniorinnen nur knapp den Titel und wurde Zweite nach einem 12:13 gegen die Qualifikationsbeste Dania Jo Vizzi aus den USA. Das Halbfinale der besten sechs Schützinnen hatte Katrin Wieslhuber mit 14 Treffern auf 16 Scheiben noch als Führende beendet und war in den Vergleich um Gold eingezogen. Zuvor hatte sie in der Qualifikation 67 Scheiben getroffen und als Fünfte die Vorschlussrunde erreicht. „Dass es noch einmal so super laufen würde, damit hatte keiner gerechnet“, resümiert Katrin Wieslhuber.

2015 soll es in diesem Stil weiter und in der Karriere-Leiter ein Stückchen nach oben gehen. „Es ist mein letztes Juniorinnen-Jahr“, beschreibt Katrin Wieslhuber, „mich weiter in den Leistungen stabilisieren und bei der Europameisterschaft in Maribor und bei der Weltmeisterschaft in Lonato del Garda erneut für das Halbfinale qualifizieren, damit könnte ich sehr gut leben.“

Bundestrainer Uwe Möller (Trap, früher Landestrainer von Thüringen) schätzt die Rottalerin: „Sie ist ein freundliches, höfliches und ruhiges bayerisches Mädchen, aber für ihr Alter schon unglaublich abgezockt. Katrin hat es wirklich drauf. Ich bin mal gespannt, wie sie die starken Leistungen verarbeitet und auch damit umgeht, wenn jetzt jeder etwas von ihr erwartet. Aber die Bahnen sind – speziell beruflich – geebnet und sie kann sich künftig total auf den Sport konzentrieren. Ihre Zukunft bewerte ich sehr, sehr positiv.“

Ein Flinten-Schütze braucht normalerweise fünf bis sechs Jahre, um internationales Top-Niveau zu erreichen. „Für die kurze Zeitspanne, die sie schießt, ist sie schon ziemlich weit. Und nur sehr wenige Sportschützinnen haben eine so exzellente Final-Stärke“, weiß Skeet-Bundestrainer Axel Krämer, „in diesem Jahr geht es darum, den Fein-Schliff zu erhalten, um  2016 in die Nationalmannschaft der Damen aufgenommen zu werden. Die Spiele von Rio de Janeiro kommen  noch etwas zu früh, aber die Teilnahme an der Olympiade von Tokio 2020 – das ist schon ein realistisches Ziel.“

Quelle:
Heimatsport-Redaktion – Passauer Neue Presse / Rottaler Anzeiger
Rottaler Anzeiger, Ausgabe vom 2. Januar 2015