Vorbereitungen zur Junioren-WM abgeschlossen…

Vorbereitungen zur Junioren-WM abgeschlossen…

wl-förderkreis September 22, 2021 @ 7:14PM

Wiesbaden, GERIn der vergangenen Woche bereiteten sich unsere besten Junioren auf die kommende Juniorenweltmeisterschaft in Peru vor! Sie nutzten u.a. den 8. internationalen Brandenburg-Cup als letzte Leistungsüberprüfung vor ihrem großen Abenteuer – der Reise auf den Südamerikanischen Kontinent!

Natürlich galt es auch, die vielen formalistischen Hürden zu besprechen – welche in Vorbereitung unserer großen Reise zu erledigen sind. Es ist toll, wieder ein Juniorinnen Team am Start zu haben und mit Emilie Bundan und Annabella Hettmer auch ganz junge Sportlerinnen, die noch nicht „volljährig“ sind. Hier mussten sehr viele Verwaltungshürden genommen werden – danke an Hanne Aslanidis für den zum Teil nervenaufreibenden Mailverkehr mit Behörden, Ämtern und Fluglinien!

Unsere Junioren konnten ihre Leistungsfähigkeit unter Beweis stellen, mit Annabella Hettmer 109, Emilie Bundan 107 und Isabel Wassing mit 103 lagen alle drei Juniorinnen über der magischen 100.
Tim Krause gewann mit 116 Treffern die Qualifikation und schoss sich in das Finale. Sein Finalergebnis von 53 Scheiben wurde mit dem zweiten Platz belohnt! John Kellinghaus 112 und Rene Bundan 110 müssen noch eine „Schippe“ drauf legen um in Peru punkten zu können.
Im gesamten JWM-Team spürte man die Aufregung vor dem Abenteuer – Peru!

Der Wettkampf war wieder einmal sehr gut organisiert – Danke an Karsten Beth und seine fleißigen Helfer! Michael mit seinem Team der Sportlerverpflegung sorgte für das leibliche Wohl.
Erstmals dabei die Sportler der Färöer Inseln – ich musste erst nachschauen, wo diese Inseln liegen. Sie gehören offiziell zu Dänemark und stehen unter Selbstverwaltung! Es zeigte sich wieder einmal, dass es an den schönsten Stellen der Welt Wurfscheibenanlagen gibt.
Valentina Umhöfer gewann die Damenwertung in der Qualifikation mit sehr guten 119 Treffern, musste sich allerdings im Finale (47) der Finnin geschlagen geben (51).
Tilo Schreier kam mit 120 Scheiben in der Qualifikation auf Rang 3 und verbesserte sich mit sehr guten 56 Treffern im Finale auf den 2. Platz! Hier siegte ebenfalls ein Finne mit tollen 59 Treffern.

Unser JWM-Team zeigte beim Paintball Wettkampf einen tollen Teamgeist, die vielen blauen Flecken werden bis zur JWM verschwunden sein. Am kommenden Freitag starten wir in Richtung Peru. – Wir werden berichten!

Hier alle Ergebnisse vom BB-Cup Trap  & Skeet

Endlich wieder Deutsche Meisterschaften in München

Endlich wieder Deutsche Meisterschaften in München

Axel Krämer September 5, 2021 @ 4:54PM

München, GERMan konnte es deutlich spüren, alle Teilnehmer an den diesjährigen Deutschen Meisterschaften waren mental gut drauf. Auch wenn es in diesem Jahr (Corona bedingt) eine etwas andere DM war – ähnlich der Olympischen Spiele – so war die Stimmung auf den Ständen einfach großartig! Es war endlich wieder ein Familienfest mit Kind und Kegel und man traf Freunde, die man sehr lange nicht gesehen hatte – alles selbstverständlich nach der 3G-Regel.
Hut ab vor den Organisatoren dieses Events, unter den nicht einfachen Bedingungen solch eine große Veranstaltung zu organisieren!

Unsere Trap- und Doppeltrapschützen hatten mit Regen und Wind zu kämpfen, bei uns Skeeter kam die Sonne heraus und wir hatten fast sommerliche Bedingungen. Natürlich gibt es immer etwas zu bemängeln, oft sind es immer dieselben, die förmlich nach Gründen suchen – aber das sollte der Veranstaltung keinen Abbruch tun!
Die Ergebnisse zeigten, dass unsere Flintenschützen die wettkampfarme Zeit ordentlich zum Training genutzt haben. München ist bekannt für eine so genannte „Normenflut“, es lässt sich hier toll schießen – die Scheiben waren ordentlich eingestellt, die Bedingungen einfach optimal. Wer seine Nerven im Griff hatte, konnte hier tolle Ergebnisse erzielen.

Neun Schüler am Start, immer toll anzusehen – interessant die Länderverteilung: 3 x WF / 3 x HS / 3 x BR – hier wird in die Zukunft investiert! Leonard Uekermann aus WF traf 71 und Jonas Körner aus HS 70 von 75 Scheiben! Das sind schon ordentliche „Kellen“ von unseren Kleinsten!

Unsere Juniorinnen mit Isabell Wassing – 113 / Emilie Bundan – 110 und Anabella Hettmer – 104 zeigten starke Leistungen und schossen über die Kadernorm. Übrigens sind diese drei Juniorinnen in drei Wochen bei der Junioren-WM in Peru dabei!

Bei den männlichen Junioren II glänzte John Kellinghaus mit 119 Treffern, aber unsere Junioren I waren mit Tim Krause und Luis Lange – jeweils 117 Scheiben auch nicht schlecht!

Bei diesen idealen Bedingungen mussten im Erwachsenenbereich natürlich gute Leistungen kommen.
Sven Korte mit 124 und Tilo Schreier mit 123 zeigten ihre Klasse, es folgten 4 Schützen mit 120 Treffern – also lag der Finaleingang bei 120 Scheiben – Weltklasseniveau!

Valentina Umhöfer bestätigte eindrucksvoll ihre persönliche Bestleitung, mit 119 Scheiben, sie hatte einen ordentlichen Vorsprung auf die folgenden Schützen. Franzi Kurzer mit 116 und weitere 5 Schützinnen mit 115 – hier der Finaleingang bei 115 Scheiben! Das ist die aktuelle Damen DSB Kadernorm.

Förderkreis Wurfscheibe                

Seit 14 Jahren ein großer Unterstützer der Flintendisziplinen, ohne diese Förderung wären wir wohl nicht da, wo wir jetzt im Nachwuchs- und Anschlussbereich stehen!
Auch in diesem Jahr wurden Patronenstipendien vergeben, folgende Sportler erhielten je 5.000 Patronen Rottweil Spezial, welche vom FK Mitglied RUAG zur Verfügung gestellt wurden:

Leonard Ueckermann – WF – Schülerklasse
Vlad Poddubski – HS – Schülerklasse
Maximilian Seibel – WF – Juniorenklasse

Des Weiteren wurde wieder ein Nachwuchstalent geehrt…

Tim Krause aus Baden, startend für den Thüringer Schützenbund, neuer Deutscher Meister der Junioren, erhielt von Ralf Müller eine nagelneue Krieghoff K-80-Flinte überreicht. Leider war die Übergabe symbolisch – aber keine Angst – nach erfolgreicher WM in Peru wird Tim mit seinem Trainer und seinem Vater die Firma Krieghoff in Ulm besuchen. Dort wird für ihn eine maßgefertigte Skeet-Flinte einschl.  Maßschäftung, einem Waffenkoffer und vielem mehr zusammengestellt, dazu selbstverständlich auch einen tollen Service – Sportler und Trainer waren bei der Übergabe sichtlich gerührt und freuen sich nun auf den Start in neue Saison 2022 mit der neuen K- 80!

Nun ist die DM 2021 bereits Geschichte, unsere besten Junioren bereiten sich  auf eine große Reise vor. Der Deutsche Schützenbund schickt ein komplettes Junioren Team zur Junioren Weltmeisterschaft nach Lima in Peru! – Mit dabei sind:

Trap: Jonathan Simon, Malte Schnieders, Marius John, Patricia Dannler, Lena Hubbermann, Nadine Halwax
Skeet: Rene Bundan, John Kellinghaus, Tim Krause, Isabell Wassing, Emilie Bundan, Anabella Hettmer

JVR-Endkampf und Junioren-WM-Qualifikation in Suhl

JVR-Endkampf und Junioren-WM-Qualifikation in Suhl

Michael Eck August 11, 2021 @ 9:39PM

Suhl, GERAm vergangenen Wochenende traf sich der deutsche Flintennachwuchs – nach den beiden Vorkämpfen in Berlin und Wiesbaden – zum Jahresabschluss der RWS-Jugendverbandsrunde FLINTE am Bundesstützpunkt im thüringischen Suhl und wieder einmal konnten spannende Finale im Jahres-Endkampf erwartet werden.

Nach erneutem Qualifikationswettkampf über 125 Scheiben fanden anschließend die Finale statt. Zuerst waren die Schüler an der Reihe. Im Trap siegte Dustin Schertel mit 18 Scheiben vor seinem Verbandskollegen aus Berlin Vincent John, der 17 Mal traf. Dritter wurde Ronny Oldenburg vom Brandenburgischen Schützenbund mit 16 Scheiben.
Im Skeet siegte Leonard Uekermann aus Westfalen mit 22 Scheiben. Mit persönlicher Bestleistung von 115 Scheiben im Vorkampf, konnte er sich auch im Finale behaupten. Ins Stechen um Silber mussten mit jeweils 21 Treffern Vlad Poddubskiy aus Hessen und Tobias Hannecke aus Brandenburg. Tobias Hannecke entschied dieses Stechen mit 3:2 für sich.

Bei den Jugendlichen im Trap setzte sich Max Ortlepp aus Thüringen mit 36 Scheiben durch. Silber ging mit 34 Scheiben an Paul Judek aus Brandenburg. Bronze sicherte sich Alexander Engeln vom Schützenverband Sachsen-Anhalt.
In der gleichen Klasse im Skeet ging der 1. Platz an Maximilian Seibel, der 49 der 60 Finalscheiben traf. Silber ging an Tibor Haben mit 35 Treffern. Beide Starten für den westfälischen Verband. Bronze sicherte sich überraschend Hannah Middel vom Hessischen Schützenverband.

Bei den Junioren im Trap traten Junioren I und II in einer Klasse an. Sieger wurde Leo Wundersee aus Brandenburg vor Ivan Poddubskiy aus Hessen. Eric Staschok aus Mecklenburg-Vorpommern belegte Platz drei.
Auch im Skeet wurden beiden Juniorenklassen zusammengelegt. Es gewann Clemens Jakob aus Thüringen vor Bruno Deutsch aus Sachsen. Bronze ging an Stefan Wolff aus Brandenburg.

Die Siegerehrung nahmen anschließend DSB-Vizepräsident Stefan Rinke, Jugendverbandsrundenleiter Flinte Uwe Kammer und Bundesreferent Flinte Michael Eck gemeinsam vor. Während die Trapschützen noch trocken durch die Siegerehrung kamen, mussten sich die Skeetschützen teils unter die Dächer flüchten.
Die Wanderpokale der Mannschaftswertung, die der Förderkreis Wurfscheibe gestiftet hatte, gingen wie schon 2019 im Trap an Brandenburg und im Skeet an Westfalen. Hierbei werden alle Schützen mit ihrer Teilnahme und ihrer Platzierung im Vor- und Endkampf nach einem Punkteschlüssel bewertet.

Zeitgleich fand für die Sportler aus dem NK1 und NK2 die zweite WM-Qualifikation für die Junioren-WM im September in Peru statt. Es qualifizierten sich für das Skeetteam: Isabel Wassing, Emilie Bundan, Annabella Hettmer, Rene Bundan, John Kellinghaus und Tim Krause, sowie Patricia Dannler, Lena Hubbermann, Nadine Halwax, Malte Schnieders, Marius John und Jonathan Simon im Trap.

Weitere Bilder…
(c) 2021 Fotos by Martina Brandes

Explosion auf Stufe vier

Explosion auf Stufe vier

ALEXANDER KECK Juli 22, 2021 @ 5:44PM

Anders als in Rio erwartet der Flintenschütze Andreas Löw in Tokio nicht allzu viele interessante Begegnungen und fokussiert sich ganz auf seinen Wettkampf

WIESETH, GERDie Männer im Häuschen hinter der Wurfscheibenanlage schauen erstaunt auf, als ein Fremder nach Andreas Löw fragt. „Der is’ in Dokio“, sagt einer. Das ist einerseits nachweislich falsch, weil Löw gerade eben ein paar Meter weiter mit einer Kaffeetasse in der Hand aus der Gaststätte tritt, in gewisser Weise aber auch sehr richtig.

Gedanklich befindet sich Andreas Löw schon seit einiger Zeit in Tokio. Genaugenommen seit jenem Tag Anfang Juni, als er in einem Hotelzimmer in Osijek saß und mit feuchten Händen das Finale der Europameisterschaft verfolgte. Das nahm genau den Verlauf, der nötig war, damit der Weihenzeller auf den letzten Drücker über die Weltrangliste noch ins Starterfeld für die Olympischen Spiele rutschte. Der Jubel im deutschen Lager war groß.

Bei Olympia geht es beileibe nicht nur ums Dabeisein, es geht um Arbeitsverträge für Trainer und Athleten, um Förderung, um Geld und Auskommen. Ein Sportschütze kann x–mal Welt- und Europameister werden. Erst wenn eine Medaille mit den fünf Ringen um seinen Hals hängt, hat er die Chance, halbwegs prominent zu werden.

In der geräumigen Gaststätte des JSSV Herrieden-Wieseth wischt Löw auf dem Smartphone ein Foto von der Asaka Shooting Range her, aufgenommen bei trübem Wetter. Man sieht einen offenbar künstlichen blaugrauen Bodenbelag. „Was ist, wenn die Sonne scheint und der Boden das Licht reflektiert? Gut möglich, dass man davon beim Zielen gestört wird“, sagt Löw. Eine dieser vielen Kleinigkeiten, die bei engen Entscheidungen enorme Bedeutung bekommen können.

Kein Weltcup vor den Spielen

Oft wird vor den Spielen ein Weltcup auf der Olympiaanlage geschossen. Wäre das auch in Japan möglich gewesen, wüssten die Schützen nun, was sie erwartet. Sie wüssten, ob der Boden die Sonne reflektiert, welche Wurfmaschinen verbaut sind, wären mit den Gegebenheiten vertraut.

Seit rund 25 Jahren betreibt Löw das Wurfscheibenschießen als Leistungssport. Er kennt die Stände zwischen

Lathi in Finnland und Al Ain in den Emiraten. Er war in Korea, Mexiko und Nordamerika. In Japan war er noch nie. Man merkt, dass ihn das beschäftigt, diese Reise ins Ungewisse.

Dieser Tage ist Löw für einen kurzen Zwischenstopp nach Hause gekommen. Hat trainiert in Italien, wie so oft. Jetzt gilt es, letzte Vorbereitungen zu treffen. Dennoch ist Zeit, beim Heimatverein vorbeizuschauen, wo am Ende einer Schotterpiste im Wald zwischen Deffersdorf und Forndorf Zeitungsartikel über ihn im Schaukasten hängen. Bevor er für den Reporter ein paar Scheiben schießt, noch die Frage aller Fragen: Was erwartet er von sich in Tokio?

Löw schau ernst und antwortet mit dem Bild einer Treppe. Stufe eins: Er ist dabei. Stufe zwei: Er erzielt ein Resultat, das seinem Leistungsstand entspricht und ist unter den Top Ten. Stufe drei: Er kommt ins Finale. Stufe vier: Er schießt um die Medaillen. Bei jeder Stufe ist nun Feuerwerk in wachsender Intensität mitzudenken, das seinen Gefühlshaushalt abbildet. „Stufe vier, das wäre Boooom“, sagt Löw jetzt und macht dabei das Geräusch einer enormen Explosion.

Auf Stufe eins bis drei war er schon einmal.

Mit Rekord ins Finale von Rio

August 2016, Rio de Janeiro. Bei seinen ersten Spielen schießt Löw im Vorkampf Olympischen Rekord im Doppeltrap und zieht als Führender ins Finale ein. Es ist kühl und regnerisch, als im Deodoro Olympic Park die Medaillen vergeben werden. Löw trifft nicht mehr so zuverlässig wie in der Qualifikation und verpasst den Kampf um Bronze um eine Scheibe.

Weil Doppeltrap aus dem Olympischen Programm gestrichen wurde, schießt Löw mittlerweile Trap. Dass er es in der Schwesterdisziplin prompt wieder in die Weltspitze geschafft hat, macht ihn stolz. Er musste sich einen etwas anderen Ablauf angewöhnen. Was auch wie eine dieser vielen Kleinigkeiten aussieht, wird ungeheuer wichtig, wenn wie so oft eine einzige Scheibe den Unterschied macht zwischen Spitzenplatz und unter ferner liefen. Löw geht davon aus, dass man in Tokio 120 Scheiben, vielleicht sogar 122 treffen muss, um ins Finale zu kommen. Er hat das drauf. Aber alle anderen auch. „Für mich gibt es keinen Favoriten. Alle, die es nach Tokio geschafft haben, sind Kandidaten für das Finale“, sagt Löw.

Die Spiele in Rio hat Löw drei Wochen lang genossen. Er hat bei anderen Sportarten zugeschaut, ist mit Usain Bolt Aufzug gefahren, hat ein Selfie mit Martin Kaymer gemacht und ist Boris Becker über den Weg gelaufen. Vorfreude auf Tokio? In Spurenelementen. Im Moment empfindet er die Vorbereitungen als „Stress, Stress, Stress“. Dabei geht es gar nicht um den Sport. Es sind die vielen Formulare, die Tests, die Anordnungen und Vorschriften. Dabei ist, wer regelmäßig mit Waffen im Gepäck auf Flughäfen auftaucht, in dieser Hinsicht ja einiges gewöhnt. In Russland mussten sie einmal Formulare in Kyrillisch ausfüllen, es dauerte fünf Stunden, bis sie die Einreise hinter sich hatten.

Aus Tokio wird berichtet, dass zwischen Landung und Ankunft im Olympischen Dorf schon mal acht Stunden vergehen.

Ein Souvenir aus Wuhan

So wie es im Moment ausschaut, wird Löw auch nicht viel von der 14-Millionen-Stadt mitbekommen, wird nicht mit hunderten, manchmal tausenden anderen über die berühmte Kreuzung in Shibuya laufen, wird kein Wasser am Meiji-Schrein in Harajuku trinken und sich nicht im Neonreklame-Dschungel von Shinjuku fragen, ob die blinkenden fremden Schriftzeichen das neue In-Restaurant oder eine skurrile Dienstleistung junger Frauen in kurzen Faltenröcken bewerben.

„Das werden ganz andere Spiele als Rio. Aber ich habe mir vorgenommen, mich von den Umständen nicht unterkriegen zu lassen“, sagt Löw.

Bei den Spielen trifft sich die Jugend der Welt – diesmal halt mehrfach getestet und abgeschottet in einer Blase und dabei kritisch beäugt von der japanischen Öffentlichkeit. Der Aufenthalt wird so kurz gehalten wie nur möglich. Löw fliegt am 21. Juli hin und am 30. schon wieder zurück. Die Spiele als Kurztrip.

Der Kaffee ist leer und eigentlich auch alles gesagt. Jetzt soll die Waffe sprechen. Einer der Aufkleber auf dem Koffer mit der Flinte drin zeigt chinesische Schriftzeichen. Der ist aus Wuhan (ja, genau), wo Löw im Herbst 2019 bei den Sommerspielen der Sport-Soldaten aktiv war. Es folgt bitteres Lachen über den Witz, dass der Aufkleber hoffentlich das einzige Souvenir aus der Stadt in China war, die heute jeder als Ausgangspunkt der Pandemie kennt.

Löw steckt seine Flinte zusammen, packt zwei Schachteln Munition in die Weste, drückt dem Gast einen Gehörschutz in die Hand, reiht sich auf dem Stand bei den anderen ein und taucht ab. So jedenfalls wirkt es. Platz einnehmen, Laden, Scheibe abrufen, Zielen, Schießen – viele hunderttausend Mal hat Löw das schon gemacht.

Nach dem Schuss regnet es orange Splitter

Während der ritualisierten Abläufe wirkt Löw, der sonst so gerne und kundig über seinen Sport erzählt, unnahbar und unendlich fokussiert. Dass der Reporter ihm mit seinen Foto-Gerätschaften, kleinen und großen Objektiven zwischendurch ganz schön auf die Pelle rückt, ist völlig egal. Jedes Mal, wenn Löw den Schaft an die Backe drückt und den Abzug betätigt, regnet es draußen auf der Wiese orange Splitter.

Beim Schuss passiert Folgendes: Das Pulver befördert mehrere hundert kleine Bleikugeln aus dem Lauf. Die fächern sich zu einer Garbe von etwa 60 Zentimeter auf. Einige dieser Kügelchen treffen in gut 30 Metern Entfernung die etwa elf Zentimeter große, aus einem Harz-Kreide-Gemisch gefertigte Scheibe von der Form eines Suppentellers. Die rotiert so stark, dass es sie durch jede kleine Beschädigung regelrecht zerreißt. Zwischen Zielen und Abziehen liegen bei Löw nur Sekundenbruchteile.

Am Ende der Runde leuchtet die 25 auf der Trefferanzeige. Besser geht es nicht. Fünf solcher Serien in Tokio und Löw wäre sicher im Finale.

Starke Leistungen des Flinten-Nachwuchses in Wiesbaden

Starke Leistungen des Flinten-Nachwuchses in Wiesbaden

wl-förderkreis Juni 29, 2021 @ 2:24PM

Wiesbaden, GER59 Starter (32 Trap & 27 Skeet) aus 13 Landesverbände bei der RWS-Jugendverbandsrunde Flinte in Wiesbaden – Verbesserungen von bis zu 30 Scheiben!

Beim zweiten Vorkampf der RWS-Jugendverbandsrunde Flinte in Wiesbaden, konnten sich die Schüler, Jugendlichen und Junioren teilweise um 30 Scheiben im Vergleich zum ersten Vorkampf in Berlin verbessern. Die gute Nachricht – für das Finale im August zählt zum Endkampf in Suhl nur der beste Vorkampf. Bei den Schülern zeigte im Trap Dustin Schertler mit 110 Scheiben die beste Leistung. Im Skeet kam es zum Kopf an Kopf Rennen zwischen Leonard Uekermann aus Westfalen und Vlad Poddubskiy aus Hessen. Mit 105 zu 104 Scheiben nutzte der Kurstädter knapp seinen Heimvorteil für sich. Stark auch das Ergebnis von Maximilian Seibel aus Westfalen bei den Jugendlichen im Skeet. Mit 113 Scheiben klopft er an die NK1-Tür von Bundestrainer Axel Krämer. Ebenso wie Konstantin Root aus Niedersachsen, der bei seiner ersten 25er Runde im Wettkampf auf 115 Scheiben kam.

Das höchste Ergebnis des Wochenendes gelang Julius Woestmeyer aus Westfalen im Trap. Mit 120 Scheiben schaffte er bei den Junioren 1 die Kadernorm für die Männerklasse, in der er in zwei Jahren antritt. Zado Fiete aus Mecklenburg-Vorpommern traf eine Klasse tiefer 107 und schaffte sich ebenfalls eine gute Ausgangssituation für Suhl. Bei den Juniorinnen traf Johanna Sieve vom NWDSB starke 97 Scheiben.

Die Kaderschützen nutzen den Wettkampf, um die Norm für die Junioren-WM im September in Peru ins Visier zu nehmen. Im Skeet schafften diese Tim Krause und Mark-Philipp Stöver mit 118 Scheiben. Alexander Hettmer und René Bundan lagen mit 116 Scheiben nur zwei Treffer dahinter. Alexander Hettmer konnte seine persönliche Bestleistung um 10 Scheiben verbessern! Hagen Wedekind kam auf 114 Scheiben. Malte Schnieders kam im Trap auf 117 Scheiben, die beiden Juniorinnen Nadine Halwax und Lena Hubermann trafen eine Scheibe weniger. Marius John traf 114 Scheiben.

DSB-Vizepräsident Jugend Stefan Rinke konnte sich am Samstag ein Bild von den Wettkämpfen machen und wird auch zum Endkampf in Suhl die Siegerehrung vornehmen. Dort werden dann bis zu 100 Starterinnen und Starter erwartet und um die attraktiven Munitionspreise kämpfen. Der Wettkampf ist auch gleichzeitig die zweite Qualifikation für NK1 und NK2 für die WM.

ERGEBNISSE der 2. RWS-JVR in Wiesbaden

(c) 2021 Fotos by Martina Brandes

Quotenplatz für Andy Löw und Abschied von Sonja Scheibl

Quotenplatz für Andy Löw und Abschied von Sonja Scheibl

Uwe Möller Juni 4, 2021 @ 10:17PM

Osijek, CROEndlich…! Endlich hat es mit einem olympischen Quotenplatz geklappt… Hier in Osijek war die letzte Chance auf den letzten zu vergebenden und sehr begehrten Startplatz für die Olympischen Spiele in Tokio. Und die haben wir mit einer „Punktlandung“ genutzt! Bei den Männern hatten wir im Einzelwettkampf nach dem ersten Tag noch die Chance, es aus eigener Kraft zu schaffen. Paul lag mit 73 Treffern noch gut im Rennen, auch Andy hatte noch ganz gute Karten mit 71 getroffenen Scheiben.

(c) Photo Jürgen Heise

Am zweiten Tag dann Paul mit Serien von 23 und 24, insgesamt 120 Treffer. Für ihn Jahresbestleistung – in der Vorbereitung auf diesen entscheidenden Wettkampf Richtung Olympia haben wir alles richtig gemacht! Leider fehlte eine Scheibe für das Shoot Off um den Finaleinzug, trotzdem zeigte Paul hier mit Platz 10 eine Topleistung.
Aus eigener Kraft war nun der Quotenplatz nicht mehr drin, dazu hätte es einer Finalteilnahme bedurft. – Nun musste uns die anderen Nationen helfen, Italien vorneweg!

In Finale dann zwei Italiener, ein Slowake und ein Grieche – alle vier kämpften um einen Quotenplatz für Olympia. Der Tscheche Liptak und der Brite Coward-Holley hatten bereits einen Startplatz für Tokio sicher. Folgende Konstellation musste eintreten: Wenn ein Italiener vor dem Slowaken und dem Griechen das Finale beendet, dann gewinnt er den Quotenplatz und macht dadurch den Platz über die Weltrangliste frei. Hier stand dann Andy Löw als nächster Nachrücker mit Platz 6 für einen Startplatz bei Olympia.
Wir haben noch nie so die Daumen gedrückt für Italien wie in diesem Finale! Während sich der Slowake Kovacocy relativ schnell verabschiedete, erwies sich der Grieche Chatzitsakiroglou als guter Finalschütze, erst ab der 19.Scheibe patzte er dann und wurde schließlich 5.
Nun war es entschieden – wir hatten endlich unseren lang ersehnten Quotenplatz für die Olympischen Spiele in Tokio, dem wir schon seit 2019 hinterherlaufen!

Allen aus unserem Team fiel ein Stein vom Herzen, für mich persönlich war es eine internationale Anerkennung der Leistungen von Andy mit seinem 5. Platz zum WC in Lahti 2019 und dem 2. Platz vom WC Nicosia im Pandemiejahr 2020.

Unsere Damen verkauften sich hier beim Einzelwettkampf unter Wert, gestern beim Mixed Team und heute beim Team Wettkampf lief es wieder deutlich besser.

Abschied von Sonja Scheibl…

Für Sonja war es hier die letzte internationale Meisterschaft, sie beendet ihre Karriere in der Nationalmannschaft nach 20 Jahren. In dieser Zeit erkämpfte sie mehrere Medaillen bei Weltcups, bei Europameister- und Weltmeisterschaften im Einzel und in der Mannschaft, Höhepunkt für sie war sicher die Teilnahme an den Olympischen Spielen 2012 in London. Für die Zukunft privat und beruflich alles Gute!

Nun geht der Blick nach vorne, in drei Wochen sind wir schon wieder hier vor Ort zum großen Weltcup, der aufgrund der Coronapandemie von Baku nach Osijek verlegt wurde.
Danach dann die Olympischen Spiele in Tokio – und wir am Start mit Andy Löw!

Die EM war gut organisiert, auch mit dem Wettergott haben sich die Organisatoren gut arrangiert.
Das einzig nervige hier waren die Tests, die alle zwei Tage durchgeführt werden mussten – aber ein notwendiges Übel, damit wir alle wieder gesund nach Hause kommen. Jeder hatte nach dem ersten Test seinen Favoriten beim Testpersonal, der mit dem Stäbchen nicht zu tief in die Nase bohrte…
Nochmal ein großes Dankeschön an unsere Mannschaft hier vor Ort mit Lewi als Physio von der Bundespolizei, mit unserer Disziplinpsychologin Nadine Athenstedt und meinem Assistenztrainer Karsten Beth! Als Team haben wir funktioniert, die Stimmung war gut, auch wenn nicht alle Blütenträume reiften – aber wir haben einen Quotenplatz für Tokio!

Morgen geht’s heim!